Schön, alle wieder begrüßen zu dürfen!
Heute setzen wir unsere Reihe zum Thema Beratung fort.
Stellen Sie sich vor, Sie haben eine großartige Idee, aber was genau macht sie aus – ohne das wäre sie nur ein gewöhnliches Buch oder ein gewöhnlicher Film? Heute beschäftigen wir uns mit dem, was ein Videospiel im Allgemeinen ausmacht – der Spielmechanik.
Wenn wir über Spiele sprechen, ist die Spielmechanik das wichtigste Unterscheidungsmerkmal, das Videospiele von allen anderen heute verfügbaren Unterhaltungsformen abgrenzt. Der Nutzer erlebt die Geschichte nicht nur hautnah mit, sondern nimmt aktiv daran teil.
Wenn wir schon von Spielmechaniken sprechen, ist die Sache nicht so einfach – denn ein Videospiel kann tatsächlich auch ohne Handlung oder Geschichte existieren und einfach nur eine gewöhnliche, implementierte Spielmechanik sein.
Es ist wichtig zu verstehen, dass die Hauptaufgabe des Entwicklers bei der Gestaltung eines packenden Gameplays ist, egal welchen Weg man wählt – sei es ein storybasiertes Spiel mit wenigen Spielmechaniken oder ein Actionspiel, das verschiedene Mechaniken kombiniert. Die bloße Anwesenheit von Spielmechaniken reicht nicht aus, um Feedback von den Spielern zu erhalten. Die Mechaniken müssen vielmehr passend sein, die Geschichte voranbringen oder die Nutzung des Spiels wirklich fesselnd gestalten.
Die häufigsten Fehler bei der Implementierung der Mechanik:
“Mechanik des ”Seilspannens“.
Entwickler entwerfen oft Spielmechaniken, um die üblicherweise kurze Spielzeit zu verlängern, und vergessen dabei manchmal völlig, dass sie keine Lösungen für diese Mechaniken bieten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Fortbewegung: In manchen Spielen werden weitläufige Umgebungen gestaltet, sodass Spieler viel Zeit mit der Erkundung der Spielwelt verbringen. In diesem Fall sollte man nicht vergessen, dem Spieler nach dem ersten Spaziergang entweder eine Schnellreiseoption oder ein Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, um diese Zeit zu verkürzen – andernfalls führt dies zu einem negativen Spielerlebnis.
Jeder kämpft ums Überleben.
Ganz anders verhält es sich, wenn ein Autor eine Unmenge an Spielmechaniken entwickelt und diese alle gleichzeitig einsetzen möchte. Das führt unweigerlich zu Problemen mit der komplexen Spielarchitektur, da die Einstiegshürde sehr hoch ist und die Zielgruppe dadurch eingeschränkt werden kann. Hinzu kommt, dass manche dieser Mechaniken überflüssig sein können – beispielsweise, wenn man eine bestimmte Fähigkeit oder einen Gegenstand besitzt und diesen nur einmal im gesamten Spiel verwendet.
Nicht von dieser Welt.
Entwickler können in der Entwicklungsphase Spielmechaniken einführen, die nicht zum Genre oder Stil passen. Manchmal ist dies eine neue Erkenntnis für die Entwickler, doch häufiger verwirren sie die Spieler und hinterlassen einen schlechten Eindruck. Ein Beispiel hierfür ist die Integration von Rollenspielelementen in Actionspiele und Shooter – manchmal ist dies wirklich originell und gut umgesetzt, doch oft ergibt es einfach keinen Sinn.
Kleine Tipps.
Wie komme ich auf einen bestimmten Mechanismus?
Ähnlich wie bei den Spielhandlungen ist es unwahrscheinlich, etwas völlig Neues und bereits Erfundenes zu erfinden. Versuchen Sie gar nicht erst, etwas Außergewöhnliches zu erfinden, das ist hier schlichtweg nicht nötig. Machen Sie sich stattdessen mit möglichst vielen neuen Spielmechaniken vertraut und spielen Sie Spiele des Genres, das Sie nutzen möchten. Der beste Weg wäre vielleicht nicht die Einführung einer neuen Mechanik, sondern die Reihenfolge oder die Art ihrer Anwendung. Nehmen Sie zum Beispiel Jump'n'Run-Spiele: Dort werden frühere, erfolglose Versuche, ein Level zu schaffen, teilweise zum Kernelement des Gameplays – beispielsweise können Sie Ihren toten Avatar als Plattform oder Schutzschild verwenden.
Wie viel Mechanik wird benötigt?
Darauf gibt es keine eindeutige Antwort, denn ein Spiel kann mit nur einem Element exzellent sein und mit tausend Elementen abstoßend wirken. Am wichtigsten ist es zu verstehen, dass ein Spiel in erster Linie ein Prozess ist, der alles umfasst: Grafik, Handlung, Sounddesign – alles greift ineinander, und der Katalysator dafür sind die Spielmechaniken, die den Spieler die geschaffene Atmosphäre wahrnehmen lassen. Stellen Sie sich das einmal vor: Es wäre seltsam, die Spielmechaniken zum Thema Stricken mit Heavy-Metal-Musik und grellen Farben zu kombinieren! Denken Sie daran, dass ein gut durchdachter Prozess und der richtige Einsatz aller Elemente entscheidend sind; die Quantität ist hier zweitrangig.
Ich habe einen sehr komplizierten und interessanten Mechanismus entwickelt, ist das ein guter Ansatz?
Vermeiden Sie möglichst komplizierte Spielmechaniken, da diese später schwer zu handhaben sind – insbesondere, wenn sie mit allen anderen Spielmechaniken verknüpft sind. Auch die Behebung von Fehlern oder Balanceproblemen kann später erhebliche Schwierigkeiten verursachen. Es ist daher ratsam, für die Zukunft möglichst einfache und elegante Lösungen zu finden.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ich hoffe, diese Tipps sind hilfreich für Sie!